Bei Andi habe ich über seine Nachbarn gelesen u. über eine Nachbarschaftsgeschichten Aktion u. habe mich entschieden jetzt mal mitzumachen!

Wir haben drei  Häuser in unserer Straße u. wir wohnen direkt in der Mitte. Ganz am Anfang wohnen Irish Travellers, die sesshaft geworden sind, dann kommen wir u. danach kommt ein British Labour Club (eine Art Kneipe/Pub) mit einer Bowling Green, der sehr schlecht besucht wird! Sie haben oft Hochzeits- u. Geburtstagsfeiern, aber ansonsten ist es sehr still. Sogar von den Feiern bekommen wir, außer Diskomusik nicht sehr viel mit!!

Über die Irish Travellers werde ich heute mal etwas schreiben. Als wir in unser Haus eingezogen sind, war das Haus neben uns leer und stand zum Verkauf frei, der alte Mann, der darin gewohnt hatte ist kurz vor unserem Einzug verstorben. Monatelang stand das Haus leer u. dann zogen die Irish Travellers hinein. Sie haben 10 Kinder.

Ärger haben wir eigentlich nicht mit unseren Nachbarn, denn wir behandeln uns mit Respekt. Viele Menschen in England haben Vorurteile gegenüber Irish Travellers, weil sie ihre eigenen Gesetze haben u. auch manchmal Fehden untereinander.

Nun, unsere Nachbarn hatten eine Fehde mit anderen Irish Travellers von Manchester u. diese  kamen vorbei u. haben alles bei unseren Nachbarn kurz u. klein geschlagen. Unser Nachbar ist mit einem Gewehr schießend hinter ihnen hergelaufen. Ehemann war zur Zeit zuhause u. hat seine Buchführung gemacht als die Klopperei bzw Schießerei anfing. Er hat mich auf der Arbeit angerufen u. es mir erzählt. Als Ruhe einkehrte ist er in sein Taxi gestiegen u. wieder zur Arbeit gefahren.

Als ich von der Arbeit wiederkam war alles von der Polizei abgesperrt u. wir konnten nicht in unser Haus. Zum Glück waren die Hunde im Garten, denn es war Sommer. Wir mußten den ganzen Nachmittag bei meinen Schwiegereltern verbringen u. durften erst spät abends wieder nachhause. Danach hat uns die Polizei beim Rein- u. Rausfahren in die Straße immer wieder überprüft.

Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen bei der Auseinandersetzung. Der Vater, Anfangsbuchstabe seines Names ist „P“ mußte wegen Waffenbesitzes 18 Monate  ins Gefängnis.

Als P wieder aus dem Gefängnis entlassen wurde, hat er Überwachungskameras anbringen lassen. Wir wohnen eigentlich jetzt ziemlich sicher. Die Polizei ist auch oft Streife gefahren, sogar noch zu Weihnachten. Ich habe den Polizisten Tee u. minced pies angeboten. Sie waren aber im Dienst u. haben dankend und schmunzelnd abgelehnt.

Unsere Nachbarn sind „anders“, aber sie sind nett u. liebenswert; wir respektieren sie, sie respektieren uns. Ehemann u. P unterhalten sich öfter u. ich fand es sehr nett, daß P zu Ehemann sagte, daß sie (er u. seine Frau) für uns (wegen meiner Krankheit) beten würden.

Zwei von P’s erwachsenen Kindern leben in Wohnwagen auf dem Grundstück u. haben auch schon einige Kinder. P hat ein eigenes Unternehmen u. auch zwei Arbeiter, die er rumkommandiert mit seinem irischen Akzent. Ich höre sein Meckern schon gar nicht mehr.

P’s erwachsene Kinder zanken auch oft miteinander. Töchterlein u. ich sind einmal die Straße entlang gefahren, als die erwachsenen Geschwister auf der Straße standen u. sich gegenseitig anfeindeten. Wir sind ernst daran vorbei gefahren u. haben herzhaft gelacht als wir am Ende der Straße angekommen waren. Es hat zu lustig ausgesehen.

Klein Spikel ist ein Produkt von P’s Hunde. Sie haben einige Hunde auf ihren Grundstück. Mit einem davon hat sich Sammy eingelassen. *lach*

Viele Menschen in unserem Viertel mögen es nicht, daß P u. seine Familie dort wohnen, aber er hat aus dem Haus u. dem Grundstück ein Schmuckstück gemacht, was auch die Gegend ein wenig verschönert. Ja, sie sind „anders“ aber sie sind „anders“ mit Herz und Gefühl! Wir könnten schlimmere Nachbarn haben!!